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Drahtseile

Im Bereich Produktion von Drahtseilen ist Frezpol zweit größte Unternehmen in Polen. Die Herstellung von Drahtseilen findet in der Drahtseilfabrik „FREZPOL - Linmet“ in Wałbrzych (Waldenburg) statt.

Qualitätspolitik hat bei uns die oberste Priorität. Sie entspricht der Verantwortung gegenüber den Erwartungen der Kunden ebenso wie dem Selbstverständnis aller Mitarbeiter. Sie ist deshalb Leitlinie für die verbindlichen Anweisungen zur Qualitätssicherung des Unternehmens.

Unser QM-System ist am Standard PN-EN ISO 9001:2001 ausgerichtet und wird im Rahmen der Zertifizierung regelmäßig überprüft.

 

Allgemeines über Drahtseile. 

 

Seile aus Stahldrähten gehören zu den meist beanspruchten Elementen in der Förder- und Hebetechnik. Die Verteilung der Last auf zahlreiche Einzeldrähte garantiert hohe Betriebssicherheit.
   
Drahtseile werden aus dünnen, biegsamen Stahldrähten gefertigt. Sie haben in den meisten Fällen einen runden Querschnitt und sind im Vergleich zu Faserseilen wesentlich zug- und reißfester.
Die Einlage des Seiles kann aus Fasereinlage oder Draht bestehen. Fasereinlage macht das Seil flexibler, wenn es umgelenkt werden soll.
Die Fasereinlage dient im Seil als elastische Auflage für die Außenlitzen und als Schmiermittelreservoir. Ihre Kompressibilität vermeidet Spitzenspannungen unter dynamischer Beanspruchung. Zur Herstellung von Drahtseilen werden in der Regel 6 bis 8 Litzen um eine Einlage „verseilt“. Die Einlage eines Drahtseiles kann sowohl aus Faserstoff als auch aus Stahldrähten bestehen.
Fasereinlagen bestehen aus Naturfasern oder Chemiefasergarnen.
Naturfasergarne: Hartfasergarne (Manila, Sisal ) oder Weichfasergarne (Hanf, Jute, Baumwolle).
Für Chemiefasereinlagen verwenden wir Polypropylen.
Stahleinlagen können aus einem Kerndraht (bei Spiralseilen), aus einer Rundlitze, Stahllitzeneinlage, oder aus einem Litzenseil, Stahlseileinlage bestehen.
Die Litze des Drahtseiles besteht aus einer Litzeneinlage und einer Lage oder mehreren Lagen von Runddrähten. Die Runddrähte sind schraubenlinienförmig um die Litzeneinlage „verseilt“. Die Litzeneinlage besteht entweder aus einem Draht (Kerndraht) oder aus mehreren Drähten oder auch aus Fasergarnen.

 Schlagrichtung der Litze und des Seiles

Unter Schlagrichtung der Litze versteht man die Richtung der Schraubenlinie des Seildrahtes. Man unterscheidet rechtsgängige (Kurzzeichen – z) und linksgängige (Kurzzeichen – s) Litzen.

Unter Schlagrichtung des Seiles versteht man die Richtung der Schraubenlinie der Außenlitzen. Man unterscheidet rechtsgängige Seile (Kurzzeichen – Z) und linksgängige Seile (Kurzzeichen – S). 

Gleichschlag – Die Drähte in den Litzen haben die gleiche Schlagrichtung wie die Litzen im Seil, also „zZ“ oder „sS“. Kreuzschlag -  Die Drähte in den Litzen haben entgegengesetzte Schlagrichtung wie die Litzen im Seil, also „sZ“ oder „zS“. 

a) Gleichschlag linksgängig - sS

b) Kreuzschlag linksgängig – zS

c) Kreuzschlag rechtsgängig – sZ

d) Gleichschlag rechtsgängig – zZ

 

Zur Beachtung: Drahtseile werden, wenn keine besondere Vorschrift ergeht, in: Kreuzschlag rechts „sZ“ geliefert.

 

 

In Kreuzschlagseilen (Kurzzeichen zS oder sZ) liegen die Außendrähte an der Seiloberfläche etwa in Richtung der Seilachse. In den meisten Anwendungen sind Kreuzschlagseile geeigneter als Gleichschlagseile. Bei Kreuzschlagseilen treten äußere Drahtbrüche im allgemeinen früher auf als bei Gleichschlagseilen, was einen großen Zugewinn an Sicherheit bedeutet. Denn nur, wenn sich die zunehmende Seilschädigung durch äußere Drahtseilbrüche zeigt, ist es möglich ein Drahtseil rechtzeitig abzulegen.

In Gleichschlagseilen (Kurzzeichen sS oder zZ) liegen die Außendrähte stark geneigt zur Seilachse. Wegen der besseren Auflageverhältnisse in der Seilrille werden Gleichschlagseile bevorzugt dort eingesetzt, wo die Drahtseile mit hohen Totlasten arbeiten (z.B. bei Schleusenseilen). Insbesondere bei Mehrlagenspulung sind die Gleichschlagseile den Kreuzschlagseilen überlegen, da sich die Außendrähte benachbarter Seilstränge nicht ineinander verhaken und gegenseitig beschädigen können. 

Kreuzverseilung (M)

Die Drahtlagen der Litze haben unterschiedliche Schlaglängen. Die Drähte zweier aufeinanderliegender Drahtlagen überkreuzen sich und berühren sich punktförmig. Litzen dieser Art enthalten im allgemeinen Drähte gleichen Durchmessers. Für die Verseilung jeder Drahtlage ist ein besonderer Arbeitsgang erforderlich. 

Parallel verseilte Litze

Sind bei Litzen mit mehreren Drahtlagen die Schlaglängen aller Lagen untereinander gleich, verlaufen die Drähte zweier aufeinanderliegender Drahtlagen zueinander parallel und berühren sich linienförmig. Die Drahtlagen haben unterschiedlich dicke Drähte. Sämtliche Drähte der Litze müssen in einem Arbeitsgang verseilt werden.

Man unterscheidet 3 verschiedene Grundausführungen (Seale, Warrington und Filler), bei denen jeweils der Litzenkern aus einem Runddraht besteht, um den zwei oder mehrere Drahtlagen geschlagen sind.

Seale-Litze. Die Anzahl der Drähte beider Lagen ist gleich. Die Drähte der äußeren Drahtlage sind dicker als die der inneren; innerhalb jeder Lage haben Sie den gleichen Durchmesser. Die Außendrähte liegen in den von den dünneren Innendrähten gebildeten Rillen.

Warrington-Litze. Die Innenlage besteht aus Drähten gleichen Durchmessers. Die äußere Lage besteht aus der doppelten Menge, und zwar abwechselnd dicken und dünnen Drähten. Die dickeren Drähte der Außenlage liegen in den von den Drähten der Innenlage gebildeten Rillen.

Filler-Litze. Die äußere Lage enthält gegenüber der inneren die doppelte Anzahl von Drähten. In den Lücken der von den Innendrähten gebildeten Rillen liegen dünnere Fülldrähte. In den von den Innendrähten mit den Fülldrähten gebildeten Rillen liegen die äußeren Drähte. 

Diese drei Ausführungen können auch wahlweise kombiniert in einem Arbeitsgang zu drei- oder mehrlagigen Litzen verseilt werden, z. B. Seale-Filler, Warrington-Seale. 

Laufende Seile. Hierunter versteht man Seile, die über Rollen, Scheiben und Trommeln laufen und dabei deren Krümmung annehmen z. B. Aufzugseile, Hubseile, Kranseile, Schrapperseile und Zugseile für Seilbahnen.

Stehende Seile. Unter „stehenden Seilen“ versteht man Seile, die vorwiegend fest eingespannt sind und nicht über Rollen bewegt werden z. B. Abspannseile für Masten und Ausleger, Führungsseile für Aufzüge.

Tragseile. Tragseile sind Seile, auf denen Rollen von Fördermitteln laufen. Sie haben eine ähnliche Funktion wie Laufschienen z. B. Tragseile für Seilbahnen, Kabelkrane, Kabelschrapper.

Anschlagseile. Anschlagseile dienen zum Anhängen von Lasten

 

Begriffe und Faktoren. 

Füllfaktor

Der Füllfaktor ist das Verhältnis des Querschnittes des Seiles zum Flächeninhalt seines Umkreises. Für jede Seilkonstruktion dieser Norm ist der Füllfaktor festgelegt. Je nach Seildurchmesser kann der Füllfaktor bei ansonsten gleicher Konstruktion aufgrund der Fertigungsmöglichkeiten und der Drahtauswahl schwanken.

Metallischer Querschnitt

Der metallische Seilquerschnitt ist die Summe der Querschnitte aller Drähte in Seil. Er wird mittels des Füllfaktors berechnet.

Seildurchmesser

Der Seildurchmesser ist der Durchmesser des um den Seilquerschnitt gezogenen Kreises.

 

 

Nennfestigkeit

Die Nennfestigkeit ist eine Rechengröße für die Bestimmung der Bruchkraft des Seiles.

Ermittelte Bruchkraft

Die ermittelte Bruchkraft des Seiles ist die Summe der einzeln im Zugversuch festgestellten Bruchkräfte aller Drähte im Seil.

Wirkliche Bruchkraft

Die wirkliche Bruchkraft des Seiles ist die durch Zerreißen des Seiles im ganzen Strang festgestellte Bruchkraft.

Verseilverlust, Verseilfaktor

Der Verseilverlust ist die Differenz zwischen der ermittelten und der wirklichen Bruchkraft. Die Größe des Verseilverlustes ist im wesentlichen abhängig von der Konstruktion des Seiles, der Verseilungsart der Litzen und der Festigkeit der Drähte. Er ist dadurch bedingt, dass die Seildrähte nicht gleichmäßig tragen und dass infolge der Verseilung Zusatzbeanspruchungen in den Drähten auftreten. Der Verseilfaktor ist ein Erfahrungswert, der den Verseilverlust berücksichtigt.

Mindestbruchkraft

Die Mindestbruchkraft des Seiles ist das Produkt aus der rechnerischen Bruchkraft und dem Verseilfaktor.

Gewichtsfaktor, Längengewicht

Der Gewichtsfaktor ist ein Rechenwert, der außer dem Gewichtsanteil der Seildrähte auch die Gewichtsanteile der Einlage und des Schmierstoffes berücksichtigt. Das rechnerische Gewicht von einem Meter Seil ist das Produkt aus dem metallischen Seilquerschnitt und dem Gewichtsfaktor.

Schlaglänge (L)

Die Schlaglänge einer bestimmten Drahtlage in einer Litze ist die Ganghöhe der schraubenlinienförmig liegenden Drähte. Die Schlaglänge einer bestimmten Litzenlage in einem Drahtseil ist die Ganghöhe der schraubenlinienförmig liegenden Litzen dieser Lage. 

 

 

Handhabung, Wartung und Überwachung 

Lagerung der Seile. Seile sind bei Anlieferung auf Transportschäden zu untersuchen. Feucht gewordene Verpackung ist zu entfernen. Die Seile sollen in trockenen, staubfreien, nach Möglichkeit nur schwach beheizten Räumen, geschützt gegen mechanische Beschädigungen gelagert werden. 

Auflegen der Seile und Seilwechsel. Vor dem Abtrennen muß das Seilstück beiderseits der Schnittstelle fest abgebunden oder abgeklebt sein. Beim Abziehen von einem Haspel oder beim Abwickeln von einem Seilring und beim Einbau in den Seiltrieb darf sich das Seil weder auf- noch zudrehen, da sonst der Seilverband gestört wird. Die Seile müssen beim Auflegen vor mechanischen Beschädigungen und vor Verschmutzungen geschützt werden.Vor dem Auflegen des ersten Seiles und vor jedem Seilwechsel ist zu kontrollieren, ob die Rillen in den Rollen, Scheiben und Trommeln für das neue Seil passen. Bei Mehrseiltrieben ist darauf zu achten, daß jedes Seil den gleichen Kraftanteil übernimmt. Bei mehrrilligen Scheiben müssen alle Seile mit gleichem Durchmesser arbeiten. Die Endverbindungen neu aufgelegter Seile sind zu Anfang der Betriebszeit wiederholt zu kontrollieren. Schraubverbindungen sind wiederholt nachzuziehen. Vor Inbetriebnahme eines neu aufgelegten Seiles ist nachzusehen, ob das Seil richtig eingeschert ist und ordnungsgemäß in den Rillen der Scheiben und Trommeln liegt. 

Richtiges Abwickeln und Auflegen beeinflussen die Lebensdauer der Drahtseile! 

Fettung. Gefettete Seile müssen zur Minderung der inneren und äußeren Reibung nachgefettet werden. Die Nachfettung kann entweder von Zeit zu Zeit von Hand oder durch selbsttätige Fettungseinrichtungen kontinuierlich erfolgen. Die über Rollen laufenden Seilstrecken werden am zweckmäßigsten mit Öl gefettet. Dabei sollte das Fett bei der Biegung des Seiles über die Rollen aufgebracht werden, weil an diesen Stellen das Fettungsmittel am tiefsten in das Seilinnere eindringt. Nicht über Rollen laufende Seilstrecken können auch mit Seilfett nachgefettet werden. Laufende Seile sind ab und zu zu säubern, weil durch Staub verhärtete Fettreste das Eindringen des neuen Fettes in das Seilinnere verhindern. Stehende Seile können durch Fett oder durch Anstrich vor Korrosion geschützt werden. 

Das Seil ist in bestimmten Zeitabständen auf der ganzen Länge, insbesondere auf den über Rollen laufenden Seilstücken und an den Endbefestigungen auf Drahtbrüche, Verschleiß, Korrosion und Verformungen zu untersuchen. Bei Erreichen der durch Betriebsvorschriften festgelegten oder von Fall zu Fall festzulegenden Werte von zulässigen Drahtbruchzahlen, Verschleiß, Korrosion, Betriebszeit, Förderleistung usw. ist das Seil abzulegen. 

Jedes Seil muß eine gute Auflage und einen freien Lauf in den Seilrillen haben. Ist dieses nicht der Fall, so treten vorzeitig Draht- und Seildeformationen auf, denen schon bald Draht und Seilbrüche folgen. Zu enge Laufrillen müssen vor dem Auflegen des Seiles gegebenenfalls ausgedreht werden. Im Allgemeinen sollen Drahtseile während des Gebrauchs gut geschmiert werden; dadurch wird die Haltbarkeit und Gebrauchsfähigkeit des Seiles gefördert.

 

Verpackung. 

 

Bei der Wahl der Verpackung achten wir auf einen möglichst optimalen Transportschutz. Unsere Seile werden mit speziellen Verpackungsmaterialien optimal gegen Korrosion und mechanische Beschädigung während des Transportes geschützt. Die Art der Verpackung wird jedesmal mit dem Kunden vereinbart. Verpackungsarten: Holztrommeln, Stahlblechtrommeln, Ringe.

Wir verpflichten uns, besonders sorgfältig mit Ressourcen umzugehen. Daher werden unsere Seile, wenn immer möglich, auf robusten Leihrollen und -haspeln ausgeliefert, welche wieder verwendet werden können.

 

 

 

Drahtseile Katalog (4,5MB)

 


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